Kennzahlen
Kennzahlen dienen im Rahmen der Finanz- bzw. Bilanzanalyse der Beurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. Es gibt absolute Kennzahlen (z.B. Gewinn, Umsatz) = Einzelzahlen, Summen oder Differenzen. Und es gibt relative Kennzahlen (z.B. Produktivität, Liquidität), bei denen zwei absolute Kennzahlen ins Verhältnis gesetzt werden. Verhältniszahlen unterscheiden sich in Gliederungs-, Beziehungs- und Indexzahlen.
Die Gliederungszahl misst die Teilmasse an einer Gesamtmasse (z.B. Eigenkapital an Gesamtkapital).
Die Beziehungszahl stellt zwei unterschiedliche, absolute Kennzahlen in ihrem Verhältnis zueinander dar (z.B. Gewinn zu Kapital).
Die Indexzahl gibt den relativen Unterschied zusammengesetzter Größen an. Dadurch wird z.B. die Entwicklung einer Größe (z.B. Gewinn) zu einer Basisgröße (z.B. Gewinn lt. Basisjahr = 100) dargestellt.
Kreditorenlaufzeit
Die Kreditorenlaufzeit wird aus den durchschnittlichen Verbindlichkeiten und dem Zeitraum ermittelt, der zwischen dem Rechnungseingang und der Bezahlung liegt.
Berechnung Kreditorenlaufzeit (Tage) =
(Ø Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen x 360) : (Materialaufwand + VSt.)
Um Zwischenfinanzierungen zu vermeiden, sollte die Kreditorenlaufzeit länger als die Debitorenlaufzeit sein.
Lagerdauer (auch Lagerumschlag)
Die Lagerdauer zeigt das Verhältnis von Lagerabgang (Entnahme für Produktion oder Verkauf) und dem durchschnittlichen Lagerbestand auf. Je höher die Umschlagsziffer bzw. je niedriger die Lagerdauer ist, desto besser ist das Ergebnis in Bezug auf die Kapitalbindung und Lagerkosten.
Berechnung Lagerdauer =
(Ø Vorräte x 360) : Materialaufwand
Liquidität
Liquidität heißt, dass ein Unternehmen seine Zahlungsverpflichtungen zum Fälligkeitstermin in voller Höhe erfüllen kann. Es wird zwischen liquiden Mittel erster Ordnung (Barliquidität: Bankguthaben, Schecks etc.), zweiter Ordnung (umsatzbedingte Liquidität: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Aktien etc.) und dritter Ordnung (einzugsbedingte Liquidität: fertige Erzeugnisse etc.) differenziert. Nach dieser Differenzierung kann der Liquiditätsgrad berechnet werden.
Berechnung Liquidität 1. Grades (kurzfristige Zahlungsfähigkeit) =
(flüssige Mittel x 100) : kurzfristige Verbindlichkeiten
Berechnung Liquidität 2. Grades (mittelfristige Zahlungsfähigkeit) =
(kurzfristiges Umlaufvermögen x 100) : kurzfristige Verbindlichkeiten
Hinweis: kurzfristiges Umlaufvermögen = flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen
Berechnung Liquidität 3. Grades (langfristige Zahlungsfähigkeit) =
(gesamtes Umlaufvermögen x 100) : kurzfristige Verbindlichkeiten
Da sich die Kennzahlen aus der Bilanz ableiten, also stichtagbezogen sind, eignen sie sich nicht für die Planung und als ultimative Liquiditätsaussage.